Eigentlich war dieser Blog nur als Zwischenprojekt gedacht. Mein aktuelles Hauptvorhaben trägt den Titel „Weg von Big Tech“ – die systematische und vollständige Loslösung von Datengiganten wie Google und Microsoft. Zu diesem spannenden Prozess wird es noch einen separaten, detaillierten Artikel geben. Da ich für dieses Vorhaben jedoch auf die Lieferung neuer Hardware warten musste, nutzte ich die zeitliche Lücke, um eine eigene Webpräsenz ins Leben zu rufen.

Das Ziel war klar, die Ansprüche kompromisslos. Die Website sollte nicht nur einfach gut sein, sie sollte State of the Art sein. Eine zwingende Grundvoraussetzung für die Auswahl der Werkzeuge: Alles muss vollumfänglich unter Linux verfügbar sein, da dies im Zuge meines Wechsels mein zukünftiges Betriebssystem wird.

Dass dieses Projekt innerhalb kürzester Zeit und ohne tiefgehende Programmierpraxis Realität wurde, verdanke ich einem radikalen Ansatz: der direkten, partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit einer Künstlichen Intelligenz (KI) als technischem Sparringspartner.

Hier ist die Chronologie einer Reise von der ersten Idee bis zum perfekten Google-Score.


Die Vision: Kompromisslos, sicher und extrem günstig

Von Anfang an gab es feste Leitplanken für das Projekt:

  • Absolute Sicherheit: Keine dynamischen Datenbanken, die als Angriffsfläche für Hacker dienen.
  • Radikale Performance: Keine überflüssigen Skripte, die die Ladezeit in die Länge ziehen.
  • Privatsphäre ohne Nervfaktor: Ein absolut datenschutzkonformes Design, das komplett ohne Cookies auskommt – und somit den lästigen Cookie-Consent-Banner überflüssig macht.
  • Linux-Kompatibilität: Alle Workflows müssen zukunftssicher auf meinem neuen Betriebssystem laufen.

Die technologische Wahl fiel auf Hugo, einen modernen Static Site Generator, kombiniert mit dem schlanken Theme PaperMod.

Für das Hosting entschied ich mich für Hetzner. Der Grund dafür war primär strategischer Natur: In meinem Projekt „Weg von Big Tech“ plane ich ohnehin, mich über den Cloudspeicher von Hetzner von den US-Anbietern unabhängig zu machen. Alles aus einer Hand zu haben, ist hierbei ein großer Vorteil. Ein weiterer, immenser Pluspunkt ist der Preis: Ich habe das billigste Angebot für 1,90 € pro Monat gewählt. Zuzüglich der Domain-Kosten von 5,83 € pro Jahr belaufen sich die Gesamtkosten für die Website auf sagenhafte 2,38 € pro Monat. Günstiger lässt sich ein professioneller Webauftritt kaum realisieren.

Doch Theorie und Praxis sind zwei verschiedene Paar Schuhe. Hier kam die KI ins Spiel. Sie agierte nicht als starrer Ratgeber, sondern als mein virtueller Chef-Entwickler.


Die Chronologie des Projekts: Hürden und KI-Lösungen

1. Das Fundament und die Content-Brücke (Obsidian & Markdown)

Die Basis für meine Inhalte bildet Obsidian. Das ist eine mächtige, lokal arbeitende Software für Wissensmanagement, in der Texte nicht in verschlossenen Dateiformaten, sondern als reiner Text gespeichert werden.

Geschrieben wird dort in sogenanntem Markdown. Ich wusste im Vorfeld zwar theoretisch, dass Markdown vom Prinzip her ähnlich funktioniert wie das komplexe Schriftsatzsystem LaTeX – man formatiert Text nicht mit der Maus, sondern durch simple Zeichenfolgen –, hatte praktisch aber eigentlich keine Ahnung davon. Die KI half mir hier über die anfängliche Schwelle und letztendlich ist es genial einfach: Wer bei WhatsApp Text in Sternchen setzt, um ihn fett zu machen, wendet bereits eine ganz ähnliche Logik an.

Die KI zeigte mir auch, wie ich über Obsidian saubere Metadaten (wie Datum, Autor oder Suchmaschinen-Beschreibungen) direkt im Kopfbereich meiner Texte hinterlege, die Hugo im Hintergrund in perfekten Web-Code übersetzt.

2. Der Netzwerk-Knoten: Lokales Testen vs. Portmaster & Tailscale

Die erste echte technologische Wand betraf das Testen der Seite auf dem Smartphone. Da mein Rechner durch die Firewall Portmaster rigoros abgesichert ist und ich Tailscale als privates Netzwerk nutze, blockierten die Sicherheitsfilter jeden Standard-Zugriff.

Tailscale ist ein modernes Mesh-VPN. Es verbindet meine eigenen Geräte (wie PC und Handy) sicher und verschlüsselt direkt miteinander, als befänden sie sich im selben Raum – egal wo auf der Welt sie sind. Dieses System hatte ich für mein Projekt „Weg von Big Tech“ glücklicherweise bereits etabliert.

Gemeinsam mit der KI entwickelte ich eine clevere, automatisierte Kommandozeilen-Datei (.bat für Windows, aber analog portierbar auf Linux). Nach einem kleinen Fehlstart mit der Logik der Befehlszeilen, filterte die finale Version gezielt meine Tailscale-Netzwerkadresse heraus. Das Ergebnis: Ein Klick am Rechner genügt, und die Entwicklungsversion der Seite läuft lokal – perfekt erreichbar für den PC und zeitgleich für das Smartphone über den sicheren VPN-Tunnel.

3. Der typografische Feinschliff (CSS-Anpassungen)

Auf dem Smartphone wirkten die Hauptüberschriften meiner Essays anfangs erdrückend groß. Hier unterstützte mich die KI mit passgenauem Code, um das Schriftbild responsiv (flexibel für jede Bildschirmgröße) zu gestalten.

Dabei flogen auch direkt zwei Design-Altlasten über Bord:

  • Der Anker-Effekt: Ein standardmäßiges Raute-Zeichen (#) beim Überfahren von Überschriften, das wie ein technischer Fehler wirkte, wurde per Code unsichtbar gemacht.
  • Kompakte Listen: Die viel zu wuchtigen Boxen und Titel auf der Startseite wurden auf ein harmonisches, lesefreundliches Maß geschrumpft.

4. Das Finale: Die Jagd nach den 100 Punkten bei Google

Der große Moment der Wahrheit schlägt in der Google Search Console und bei PageSpeed Insights.

Zuerst streikte die automatisch generierte Sitemap im Browser aufgrund einer fehlerhaften Leerzeile im internen System des Themes. Die Lösung der KI war elegant: Wir bauten eine eigene XML-Sitemap-Vorlage im lokalen Layout-Ordner, die das interne System austrickste und eine fehlerfreie Übergabe an Google erzwang.

Der anschließende PageSpeed-Test bescheinigte der Seite in den Kategorien Leistung, Barrierefreiheit und Best Practices sofort die Traumnote 100 von 100 Punkten. Nur beim SEO-Wert verharrte die Anzeige bei 91 Punkten – die sogenannte Meta-Beschreibung fehlte. Nach einem kurzen, lehrreichen Umweg über eine zu dominante Layout-Datei (die kurzzeitig den halben Kopfbereich der Seite lahmlegte), lösten wir das Problem minimalinvasiv über einen globalen Parameter in der zentralen Konfigurationsdatei.


Das Ergebnis: Perfektion auf Knopfdruck

Nach dem finalen Hochladen der Daten auf den Hetzner-Server war das Ziel erreicht: 100 / 100 / 100 / 100. Eine makellose Bewertung in allen von Google messbaren Kategorien.

  • Leistung (100): Blitzschnelle Ladezeiten durch reines HTML ohne Ballast.
  • Barrierefreiheit (100): Perfekte Lesbarkeit für alle Nutzer und Screenreader.
  • Best Practices (100): Höchste technische und sicherheitsrelevante Standards.
  • SEO (100): Suchmaschinenfreundliche, saubere Struktur.

Fazit: Die neue Art zu entwickeln

Dieses Projekt hat mir eines ganz deutlich gezeigt: Man muss heute kein Full-Stack-Entwickler mehr sein, um eine Website auf absolutem Profi-Niveau ins Netz zu stellen – schon gar nicht, wenn man bereit ist, über den Tellerrand der etablierten Baukästen hinauszuschauen.

Wichtig sind ein klares, logisches Verständnis für die Architektur, kompromisslose Qualitätsansprüche und die Fähigkeit, eine KI als Assistenten präzise zu steuern. Die KI hat in diesem Prozess die Rolle des hochspezialisierten Übersetzers eingenommen: Sie hat meine logischen Konzepte in fehlerfreien Code gegossen, Netzwerkblockaden analysiert und Design-Fehler im Handumdrehen korrigiert.

Das Ergebnis ist eine rasend schnelle, sichere und wunderschöne digitale Heimat für meine Gedanken – gebaut mit dem Kopf des Autors und den digitalen Händen der Künstlichen Intelligenz. Und vor allem: Ein perfektes Testfeld für die kommenden großen Schritte auf meinem Weg in die digitale Unabhängigkeit.